TREND-REPORT-Redaktion im Dialog mit Ulf Meyer, Geschäftsführer der SWK Bank, zu den Themen „digitales Onboarding“ und „White-Label-Banking“.

 

Herr Meyer, wie wird sich die Bankenlandschaft in den nächsten 3-4 Jahren verändern?

Der Trend zur Digitalisierung ist unübersehbar. Er wird durch viele FinTechs oder Direktbanken und zunehmend auch durch Universalbanken beflügelt.
Als Stichwort sei hier das Thema Multibankenanwendungen* für die Verwaltung mehrere Bankkonten bei verschiedenen Banken genannt. Das gibt es schon lange, aber die Dynamik der Entwicklungen und die Konsequenz der Umsetzungen sind neu. Der Blick auf das Konto durch den einmaligen und häufigeren Online-Banking-Zugriff wird die Branche ebenso wie der Kontowechselservice verändern. Kunden kann viel zielgerichteter ein Angebot erstellt werden. Und durch die Unterstützung mit digitalen Lösungen auch viel schneller als früher. Hilfreich dabei kann auch die PSD II sein. Durch das aktuelle Negativzinsumfeld wächst bei vielen Banken der Druck auf die Margen massiv, so dass nach effizienten beziehungsweise schnell umsetzbaren digitalen Lösungen gesucht wird.

 

Wann und auf welche Weise wird die Blockchain relevant für Finanzinstitute?

Die spannende Frage beim Thema Blockchain ist für uns, weniger nach dem „Wann“, sondern vielmehr mit welchen Use-Cases die Finanzwirtschaft diese Technologie nutzen wird. Neben dem Thema „Crypto-Währung“ sehen wir einige weitere interessante Ansätze, die das Potential haben das Finanz- und Vertragswesen zu verändern. Da sich prinzipiell jede Transaktion über die Blockchain-Technologie abwickeln lässt und kombinierten Technologien, wie z.B. Smart Contracts oder „Internet of Things“ weitere Funktionalität hinzukommen, ergeben sich umfangreiche Anwendungsmöglichkeiten.
Durch die Aufmerksamkeit, den die Technologie der Blockchains gerade erfährt, und der damit verbundenen Investitionen, wird die Technologie aus unserer Sicht mehr sein als nur ein Hype. Sie wird dauerhaft für Veränderungen in der Branche sorgen. Welche innovativen Services es hierbei aus den Technologie-Labs in die Praxis schaffen werden, bleibt abzuwarten.

 

Wie wird sich das Beratergeschäft durch Robo Advisors verändern?

Unserer Meinung nach wird das Geschäft über Robo Advisor in den nächsten Jahren zunehmen, um Menschen in bestimmten Lebenssituationen beraten und unterstützen zu können. Zwischenzeitlich werden ja sogar auch im juristischen Umfeld derartige Lösungen entwickelt. Im Retailgeschäft von Banken kann dies durchaus ein Erfolg werden. Aber da reden wir meines Erachtens noch von einigen Jahren bis die Algorithmen so optimal abgestimmt sind, dass alle Lebesituationen für eine ganzheitliche „Beratung“ gut abgebildet werden können. Bereits heute gibt es ja für bestimmte Anlageprodukte oder Anlagevorhaben gut funktionierende Systeme. Flankiert werden diese Robo Advisor unserer Meinung nach durch die Crowd, die mit Lösungen oder Lösungsideen und gegebenenfalls Portfolioauswertungen zur Verfügung steht. So können sich beispielsweise Anleger an große erfolgreiche andere Anleger anhängen und am Erfolg partizipieren.

 

Wohin entwickelt sich Ihr digitales Geschäftsmodell?

Als spezialisierte Bank für das Ratenkredit- und Einlagengeschäft versuchen wir unseren Kunden das Angebot dort zu präsentieren, wo sie gerade einen Bedarf haben.
Die Zeiten, als sich die Kunden am Abend vor den Desktop-Computer setzten, um beispielsweise einen Kreditantrag zu stellen, sind zwar nicht vorbei, aber wir sehen einen weiterführenden Trend zu mobilen Endgeräten.
Im Moment ist er noch von Tablet Computern dominiert – weniger von Smartphones.
Durch die neuen Technologien, wie beispielsweise die Videolegitimation und die qualifizierte elektronische Signatur, ist es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis der Anteil der Smartphone-User deutlich steigt.
Hinzu kommt, dass durch die großen Internetplattformen und -händler Kunden bereits heute eine Vielzahl an digitalen Dienstleistungen erhalten und nutzen. Im Dialog mit unseren Kunden erfahren wir, dass die Erwartungshaltung nach einfachen und schnellen Lösungen noch weiter steigt. Wir sind gut darauf vorbereitet, in dem wir die dafür notwendigen Lösungen vorhalten.
So bieten wir unseren Kunden bereits seit Jahren eine Webseite im sogenannten Responsive Design an:
Ein und die gleiche Seite wird immer optimal für das jeweilige Endgerät angezeigt.
Auch im Business-to-Business Segment, wie etwa im Partner- beziehungsweise White-Label-Banking, erleben wir eine starke Nachfrage nach unseren digitalen Lösungen. Die SWK Bank hat auch hierfür schon vor Jahren die geeignete Plattform geschaffen, die bereits in wesentlichen Teilen und immer dort wo es sinnvoll sind, vollständig digital arbeitet.
Insgesamt steht dabei nicht nur die effiziente Bearbeitung von Kundenaufträgen im Vordergrund, sondern insbesondere auch das Kundenerlebnis. Das sollte bequem, schnell und einfach sein – jedoch auch mit der Möglichkeit seinen persönlichen Ansprechpartner anrufen zu können. An dieser Stelle arbeiten wir noch ganz Old-School – weil qualifizierte Beratung von unseren Kunden geschätzt wird.

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