Intelligent Projekte steuern

Jörg Jung spricht mit der TREND-REPORT-Redaktion über selbstlernende Anwendungen für das Projektmanagement im Kontext seiner ERP-Lösung.

Vor welchen Herausforderungen stehen Dienstleister in Zeiten der digitalen Transformation?
Die Digitalisierung verändert die Geschäftsmodelle von Unternehmen in bisher ungekanntem Ausmaß. Insbesondere die Geschäftsmodelle von Dienstleistungsunternehmen stehen unter massivem Anpassungsdruck, da diese komplexer und herausfordernder an die IT-Landschaft sind als anderswo. Schließlich stehen bei Dienstleistungsunternehmen die Mitarbeiter mehr als in produzierendem oder verarbeitendem Gewerbe im Mittelpunkt der Wertschöpfung. In Dienstleistungsunternehmen ist das Geschäftsmodell darauf ausgerichtet, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Das führt zu Kundenbindung und zu höherer Profitabilität. Dienstleistungsunternehmen sind um Menschen herum gebaut, die zunehmend der Gruppe der sogenannten Digital Natives angehören, also dem Personenkreis, der mit Internet, Smartphones, Apps und vernetzten Arbeiten aufgewachsen ist.
Dienstleistungsorganisationen entwickeln sich und ändern sich permanent so wie sich die Gewohnheiten, die Formen der Zusammenarbeit und der Kommunikation von Menschen untereinander ändern. Um als Dienstleister dauerhaft am Markt bestehen zu können und den auch den permanent sich ändernden Anforderungen der Kunden gerecht zu werden, muss eine Organisation diesen Wandel begreifen und gestalten. Das gelingt über Innovationen, die ein flexibles System von Anwendungssoftware erlaubt. Herkömmliche ERP-Systeme, die auf die Steuerung und Verwaltung von maschinellen Geschäftsprozessen ausgerichtet sind, sind dafür ungeeignet. Vielmehr sind höchst-adaptive, selbstlernende Systeme notwendig, die die einzelnen Mitarbeiter entlasten und ihnen Kreativität für die wirklich wertschöpfenden Prozesse beim Kunden verschaffen.
Letztlich geht es darum, mit mehr Kreativität und Effizienz die Kundenzufriedenheit zu steigern. Das gelingt über die Eliminierung nicht-wertschöpfender und administrativer Geschäftsprozesse bei den Mitarbeitern. Das können nur intelligente und selbstlernende Softwareanwendungen.

Welche Dienstleistungsunternehmen adressieren Sie mit Ihrer Lösung?
Unit4 hat sich von jeher auf Lösungen für Branchen und Organisationen fokussiert, die den Menschen in den Mittelpunkt der Wertschöpfung stellen. Somit darf Unit4 mit Fug und Recht behaupten, der einzige Anbieter von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware zu sein, der seine Lösung um den Menschen herum gebaut hat. Insofern passt der Begriff der „people platform“ trefflich auf die Beschreibung der Unit4-Lösungsarchitektur. Dabei adressiert Unit4 insbesondere klassische Beratungs- bzw. Consultingunternehmen, Anbieter aus den Bereichen Engineering Services und IT Services, Betriebe aus dem öffentlichen Sektor sowie Non-Profit-Organisationen.

Welchen Stellenwert räumen Sie dem Thema „Projektmanagement“ im Kontext Ihrer ERP-Lösung ein?
Das Thema „Projektmanagement“ hat für Unit4, für unsere Business World-Suite einen außerordentlich hohen Stellenwert. Schließlich ist Projektmanagement zentral für jeden Dienstleister, der effizient und höchstzufrieden seinen Kunden bedienen will, und dabei auch noch selbst effizient und profitabel arbeitet. Durch den Fokus auf Personen, Rollen und Prozesse in der menschlichen Wertschöpfung werden die Nutzer aktiv in der Ausübung ihrer Arbeit unterstützt.

Über Referenzprojekte zieht sich die selbstlernende Geschäftsanwendung von Unit4 mittels „Predictive Analytics“ Erfahrungswerte aus vergleichbaren, bereits abgeschlossenen Projekten.
Über Referenzprojekte zieht sich die selbstlernende Geschäftsanwendung von Unit4 mittels „Predictive Analytics“ Erfahrungswerte aus vergleichbaren, bereits abgeschlossenen Projekten.

Was macht in diesem Kontext eine intelligente Projektmanagementlösung aus? Wie unterstützen Sie dabei die effiziente Gestaltung und Steuerung der Projekte?
An dieser Stelle ist es wichtig, den Begriff People 4.0 zu verwenden. Alle Welt spricht von Industrie 4.0 und meint damit die vierte industrielle Revolution über die internetbasierte Vernetzung von Maschinen und Robotern. Dabei wird oft so getan, als gäbe es diese Vernetzung der Menschen, die zusammen arbeiten, schon. Mitnichten. Wir verstehen unter People 4.0 die ultimative Vernetzung der Menschen, die beispielsweise an einem Projekt zusammen arbeiten. Wir erreichen diese Vernetzung über unsere selbstlernende Geschäftsanwendung über alle Situationen, die das komplette Projektmanagement unterstützt: Akquise, Planung, Steuerung, Fakturierung und Controlling. Simple administrative Prozesse und sich ständig wiederholende Aufgaben werden automatisiert. Es werden vom System Lösungsvorschläge für bestimmte Aufgaben vorgeschlagen, die es aus dem eigenen Erfahrungsschatz errechnet. Und es werden vom System Auswertungen von operativen Daten vorgegeben, die mit Hilfe von vorausschauender Analyse automatische Rückkoppelungen für Geschäftsentscheidungen liefern. Alle diese selbstlernenden Anwendungen machen wiederkehrende Aufgaben überflüssig. Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, ihr Vertrieb hat eine neue Anfrage für ein Projekt bei einem Dienstleistungsunternehmen erhalten und der Kunde möchte kurzfristig ein Angebot haben.  Unser selbstlernende Lösung „Referenz Projekte“ analysiert ähnliche Projekte, die Sie in der Vergangenheit durchgeführt haben und liefert Empfehlungen für das Angebot und die damit verbundene Projektbesetzung. Einfacher geht es nicht.
Ein weiteres Beispiel ist unsere Anwendung „Projekt Forecasting“: Genaue Forecasts für Projektergebnisse sind ein entscheidender Faktor für die Prognose von Umsätzen und Profitabilität jedes Unternehmens. Unser Projekt Forecasting nutzt eingebettete Analysefunktionalitäten, um dem Anwender einen schnellen grafischen Überblick über die Projekt Performance (anhand einer S-Kurve) zu geben. „Was-wäre-wenn-Szenarien“ runden die Lösung ab.

Welche Flexibilität erfährt der Anwender und wie unterstützen Sie seine Kreativität?
Kreativität für die einzelnen Mitarbeiter in den Projektteams ist zentral, um optimalen Kundennutzen und Kundenzufriedenheit zu erzielen. Von daher ist es unser Ansatz, dem einzelnen Mitarbeiter einen größtmöglichen Freiraum für seine wertschöpfenden Arbeiten zu schaffen und ihn von administrativen Fesseln zu befreien. Unsere Softwarelösungen sollen dies bewerkstelligen, nicht die Software soll das Nutzerverhalten steuern und den Mitarbeiter auf Trab halten. Das erreichen wir über eine Vielzahl von Anwendungen, Features und Lösungen: auf unsere Lösungen können die Anwender jederzeit flexibel von überall her zugreifen. Dazu halten wir ein modernes webbasiertes Front-End bereit, das flexibel und individuell aufbereitet werden und so an die Bedürfnisse des jeweiligen Nutzers ausgerichtet werden kann. Wir nutzen mobile Apps und bieten unser eigenes App „Unit4Me“ an. Über diese App können die Mitarbeiter eine Vielzahl ihrer Geschäftsprozesse in der Unit4 Business World steuern: sie können Urlaubseintragungen vornehmen, Personaldaten ändern, etc.
Außerdem bietet Unit4 als einer der wenigen Anbieter von Geschäftssoftware an, die sogenannten Slack Channels zu integrieren. Dabei ist slack.com ein neuartiges Tool für die Zusammenarbeit innerhalb von Communities. Slack funktioniert wie ein moderner Informationshub, so dass das nervige Wechseln innerhalb von verschiedenen Anwendungen wie Mail, Kalender und anderen Apps wegfällt. Slack lässt sich auch mit der App Unit4Me verbinden. So können Slack Channel auf Unit4 Business World Events oder Unit4Me Events zurückgreifen und vice versa.

Wie individuell kann ich Ihre Lösung anpassen und skalieren?
Die Lösungen von Unit4 sind hochflexibel anwendbar: wir bieten unsere Anwendungen als „on premises“ an, also als Software, die auf der Kundenhardware genutzt wird oder als Lösung in der öffentlichen oder on der privaten Cloud. Je nach kundenspezifischer Anforderung kann so die optimale Lösung für den Kunden gefunden werden. Wir nennen das „Cloud your way“. Dabei begegnen wir dem wachsenden Wunsch nach Datensicherheit und Datenschutz durch eine umfassende Rechteverwaltung, Datenkontrolle und angemessenen Verschlüsslung. Unsere Rechenzentren, über die wir die Cloud-Lösungen anbieten, sind eigens zertifiziert zur Sicherstellung der Trennung von Mandanten und Datensicherheit. Unseren europäischen Kunden bieten wir das Betreiben der Cloud-Lösungen über europäische Rechenzentren an.
Egal, ob on-premise oder in der Cloud: unsere Lösungen rund um Business World lassen sich aufgrund der Architektur einfach skalieren. In der Cloud hilft der sogenannte „Multi Tenancy“-Ansatz von Unit4, wonach in der Architektur zwischen den Datenschicht unterschieden wird, den jeder Kunde hat, und der Datenschicht, die kundenspezifisch ist. Diese Architektur ist dadurch noch flexibler in der Verwaltung von Daten innerhalb der Plattform.

Mit welchen Implementierungszeiten ist durchschnittlich zu rechnen?
Unsere branchenspezifischen Ausprägungen der Software sorgen für vergleichsweise geringe Implementierungszeiten. Schlussendlich hängen sie allerdings von den kundenspezifischen Anforderungen ab.

Welche weiteren Features und Tools sind in Planung?
Wir arbeiten mit Hochdruck an der Weiterentwicklung unserer selbstlernenden Anwendungssoftware. Speziell im Projektmanagement wird das Thema aufgegriffen, so zum Beispiel für die automatisierte Projektanlage inklusive von Personalbesetzungsvorschlägen (Staffing) auf Basis von Referenzprojekten.

Stichwort Change Management und Digitalisierung: wie können Unternehmen den Wandel gestalten?
Entscheidungen für eine Business-Lösung wie ein ERP System sind immer auch eine Entscheidung für Change Management, da häufig mit der Einführung von Geschäftssoftware die Prozesse im Unternehmen vereinfacht und optimiert werden. Für Dienstleistungsbranchen, die mehr als andere Branchen ständig dem Wandel ausgesetzt sind, ist daher hoch-flexible Anwendungssoftware wichtig, die diese sich ständig ändernden Geschäftsprozesse unterstützt. Unit4 verfolgt den Ansatz, Software anzubieten, die sich aufgrund ihrer flexiblen Architektur einfach und durch den Nutzer selbst anpassen lässt – Zeit und Kosten für die Anpassung werden minimiert und Unterbrechungen im Tagesgeschäft aufs Minimum beschränkt. von den Anwendern selbst anpassen lässt. Beispiel die die Wertschöpfung der Mitarbeiter in das Zentrum rückt und diese Anwender befreit von der Fessel administrativer Arbeiten und sich ständig wiederholender Prozesse. Das erreichen wir durch unsere „selbstlernenden Anwendungen“. Hinzu kommen einfache Benutzeroberflächen, Apps wie Unit4Me und die Einbindung von kollaborativer Unterstützungswerkzeuge wie slack.com, die ein Höchstmaß an Individualisierung und Flexibilität liefern.

Stichwort Open Innovation und Projektmanagement: inwieweit trägt Ihre Lösung diesem neuen Ansatz im Innovationsmanagement Rechnung?
Open Innovation erleichtern wir im Rahmen von Projektmanagement auch über die Einbindung kollaborativer Software. So bietet Unit4 als einer der wenigen Anbieter von Geschäftssoftware an, die sogenannten Slack Channels zu integrieren. Dabei ist slack.com ein neuartiges Tool für die Zusammenarbeit innerhalb von Communities. Das funktioniert auch im Innovationsmanagement über mehrere Teams. Slack funktioniert wie ein moderner Informationshub, so dass das nervige Wechseln innerhalb von verschiedenen Anwendungen wie Mail, Kalender und anderen Apps wegfällt.

Weitere Informationen unter:
www.unit4.com/de

Bildquelle / Lizenz: Copyright Unit 4 Deutschland

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